BU-Bedarfsrechner: Wie viel Berufsunfähigkeitsrente brauche ich?
Ermittle in zwei Minuten, wie hoch deine Berufsunfähigkeitsrente sein sollte, wie groß deine Absicherungslücke ist und bis wann der Schutz laufen sollte. Kostenlos, ohne Anmeldung, transparent gerechnet.
Dein Ergebnis
Empfohlene BU-Rente
Orientierungsbereich 1.500 € – 2.000 € pro Monat (60–80 % Netto).
Orientierungswerte auf Basis anerkannter Faustregeln – keine individuelle Beratung. Der Rechner ermittelt die sinnvolle Rentenhöhe, nicht den Beitrag. Deine Angaben bleiben im Browser und werden nicht übertragen.
Der Rechner benötigt JavaScript. Als Orientierung gelten 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens als BU-Rente, abgesichert bis zur Regelaltersgrenze 67. Gern rechnen wir deinen Bedarf auch persönlich mit dir durch.
Was der BU-Bedarfsrechner ermittelt
Deine Arbeitskraft ist dein größtes Vermögen. Wer bis zur Rente arbeitet, verdient über ein Berufsleben schnell eine Million Euro und mehr – fällt dieses Einkommen krankheitsbedingt weg, reißt das ein tiefes Loch in die Lebensplanung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) fängt genau das auf: Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.
Die entscheidende Frage ist nicht nur ob, sondern in welcher Höhe du dich absichern solltest. Ist die Rente zu knapp, deckt sie im Ernstfall die laufenden Kosten nicht. Ist sie höher als nötig, zahlst du unnötig hohe Beiträge – und viele Versicherer begrenzen die Rente ohnehin auf etwa dein Nettoeinkommen. Der Rechner oben liefert dir aus vier Angaben eine belastbare erste Orientierung: die empfohlene Rentenhöhe als Bandbreite, deine Absicherungslücke und die sinnvolle Laufzeit. Wichtig vorweg: Ermittelt wird der Bedarf, also die Rentenhöhe. Was eine BU kostet, hängt von Alter, Beruf und Gesundheit ab und lässt sich seriös erst nach einer individuellen Prüfung sagen.
Warum die gesetzliche Absicherung nicht reicht
Viele verlassen sich im Ernstfall auf den Staat. Genau hier liegt das größte Missverständnis. Eine eigenständige gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente gibt es für alle, die ab dem 2. Januar 1961 geboren sind, nicht mehr. Sie wurde durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt – und die funktioniert nach einer grundlegend anderen Logik.
Die Erwerbsminderungsrente fragt nicht, ob du deinen erlernten Beruf noch ausüben kannst, sondern ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schaffst. Maßstab ist allein, wie viele Stunden du täglich arbeiten kannst:
- Volle Erwerbsminderungsrente gibt es erst, wenn du weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst – in jedem denkbaren Beruf, nicht nur in deinem.
- Teilweise Erwerbsminderungsrente (nur die halbe Leistung) gibt es bei drei bis unter sechs Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit.
- Wer noch sechs Stunden oder mehr in irgendeiner Aushilfstätigkeit arbeiten könnte, geht in der Regel leer aus – selbst wenn der eigene Beruf längst unmöglich geworden ist.
Konkret heißt das: Ein Dachdecker mit kaputtem Rücken oder eine Pflegekraft mit Burnout gelten sozialrechtlich nicht automatisch als erwerbsgemindert, solange sie theoretisch noch am Empfang oder als Pförtner sitzen könnten. Einen Berufsschutz, der den zuletzt ausgeübten Beruf schützt, gibt es nur noch für vor dem 2. Januar 1961 Geborene. Und selbst wer die strengen Hürden nimmt, bekommt wenig: Neu bewilligte volle Erwerbsminderungsrenten lagen 2024 im Schnitt bei rund 1.040 Euro im Monat (Deutsche Rentenversicherung). Genau diese Lücke schließt die private BU.
So ermittelst du deinen BU-Bedarf
Für die richtige Rentenhöhe haben sich in der Verbraucherberatung zwei Wege etabliert, die der Rechner kombiniert.
1. Die Faustregel: 60 bis 80 Prozent vom Netto
Als schnelle Orientierung gelten 60 bis 80 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens als sinnvolle BU-Rente. Verbraucherschützer raten eher zum oberen Rand oder sogar nahe an das volle Netto. Der Grund: Von der BU-Rente gehen im Leistungsfall in der Regel noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, sie wird mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert, und deine Altersvorsorge sollte weiterlaufen, damit im Alter keine zweite Lücke entsteht. Was netto ankommt, ist also weniger als die vereinbarte Bruttorente.
2. Der Bedarfs-Check: reicht die Rente für deine Fixkosten?
Die Faustregel ersetzt keinen Blick auf die tatsächlichen Ausgaben. Deshalb gleicht der Rechner die empfohlene Rente mit deinen laufenden Fixkosten ab – Wohnen, Kredite, Versicherungen, Lebenshaltung. Die BU-Rente sollte diese Kosten sicher decken und darüber hinaus Puffer für krankheitsbedingte Zusatzkosten lassen, etwa Zuzahlungen, Hilfsmittel oder einen behindertengerechten Umbau. Liegen deine Fixkosten über 80 Prozent deines Nettos, hebt der Rechner die Empfehlung an – deckelt sie aber auf dein Nettoeinkommen, weil die meisten Gesellschaften nicht mehr absichern.
3. Die Laufzeit: bis zur Regelaltersgrenze
Eine Berufsunfähigkeit trifft nicht nur junge Menschen. Statistisch steigt das Risiko mit dem Alter, gerade in den letzten Berufsjahren. Deshalb sollte die BU idealerweise bis zur Regelaltersgrenze von 67 Jahren laufen. Ein Vertrag, der schon mit 60 endet, spart zwar Beitrag, lässt dich aber genau in der kritischen Phase kurz vor der Rente ohne Schutz. Ab der Altersgrenze übernimmt dann die Altersrente.
Worauf du beim BU-Tarif achten solltest
Die Höhe ist die eine Hälfte der Entscheidung, die Vertragsbedingungen sind die andere. Der günstigste Tarif ist selten der beste. Auf diese Punkte lohnt sich ein genauer Blick:
- Verzicht auf abstrakte Verweisung: Gute Bedingungen verbieten dem Versicherer, dich im Leistungsfall auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf zu verweisen. Ohne diesen Verzicht droht dieselbe Lücke wie bei der gesetzlichen Rente.
- Nachversicherungsgarantie: Sie erlaubt es, die Rente später bei bestimmten Anlässen – Heirat, Nachwuchs, Gehaltssprung, Immobilienkauf – ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
- Dynamik gegen die Inflation: Eine vereinbarte Leistungsdynamik hebt die abgesicherte Rente jährlich um einen festen Prozentsatz an, damit ein über Jahrzehnte fester Betrag nicht an Kaufkraft verliert.
- Prognosezeitraum: Übliche Bedingungen leisten, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert. Achte darauf, dass keine längeren Fristen verlangt werden.
- Laufzeit und Endalter: Absicherung möglichst bis 67, nicht früher.
- Ehrliche Gesundheitsangaben: Wer beim Antrag Vorerkrankungen verschweigt, riskiert im Leistungsfall den Schutz. Vollständige Angaben sind unverzichtbar.
Häufige Fehler bei der Rentenhöhe
- Zu knapp kalkuliert: Wer nur die halbe Miete absichert, steht im Ernstfall trotz BU-Rente vor einer Lücke. Die Rente muss die Fixkosten wirklich tragen.
- Kranken- und Pflegebeiträge vergessen: Sie laufen auch bei Berufsunfähigkeit weiter und mindern die Nettorente – ein Argument für den oberen Rand der Bandbreite.
- Altersvorsorge ausgeblendet: Wer berufsunfähig wird, zahlt oft nicht mehr in die Rente ein. Die BU-Rente sollte etwas Spielraum lassen, um weiter vorzusorgen.
- Keine Dynamik: Ohne Inflationsausgleich reicht eine heute auskommende Rente in zwanzig Jahren spürbar weniger weit.
- Zu langes Warten: Mit jedem Jahr und jeder neuen Diagnose wird der Abschluss teurer oder schwieriger. Je früher und gesünder, desto besser die Konditionen.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte meine Berufsunfähigkeitsrente sein?
Als Orientierung gelten 60 bis 80 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens. Verbraucherschützer raten eher zum oberen Rand, weil von der BU-Rente im Leistungsfall noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgehen und die Altersvorsorge weiterlaufen sollte. Entscheidend ist, dass die Rente deine laufenden Fixkosten sicher deckt und etwas Puffer für krankheitsbedingte Zusatzkosten lässt.
Reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht aus?
In der Regel nicht. Eine eigenständige gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente gibt es für alle ab dem 2. Januar 1961 Geborenen nicht mehr. Es bleibt nur die Erwerbsminderungsrente, und die orientiert sich am allgemeinen Arbeitsmarkt, nicht an deinem erlernten Beruf. Die volle Erwerbsminderungsrente gibt es erst, wenn du in irgendeiner Tätigkeit weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst. Sie fällt zudem niedrig aus: Neu bewilligte volle Erwerbsminderungsrenten lagen 2024 im Schnitt bei rund 1.040 Euro im Monat.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung?
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 Prozent dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente fragt dagegen nur, ob du überhaupt noch irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst. Deshalb kann ein Handwerker berufsunfähig sein und trotzdem keine oder nur eine geringe gesetzliche Rente erhalten.
Wie lange sollte die BU-Rente laufen?
Idealerweise bis zur Regelaltersgrenze von 67 Jahren, denn eine Berufsunfähigkeit kann auch in späteren Berufsjahren eintreten. Endet der Vertrag früher, etwa mit 60, entsteht genau in der kritischen Phase kurz vor der Rente eine Lücke. Ab der Altersgrenze übernimmt dann die Altersrente.
Sollte die BU-Rente an die Inflation angepasst werden?
Ja. Über eine lange Vertragslaufzeit verliert ein fester Betrag deutlich an Kaufkraft. Eine vereinbarte Beitrags- und Leistungsdynamik erhöht die abgesicherte Rente regelmäßig um einen festen Prozentsatz und hält den Schutz real stabil. Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es zusätzlich, die Rente bei bestimmten Anlässen wie Heirat oder Gehaltssprung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Ersetzt der BU-Bedarfsrechner eine Beratung?
Nein. Der Rechner liefert eine erste, transparente Orientierung zur sinnvollen Höhe der BU-Rente. Die passende Absicherung hängt zusätzlich von Beruf, Gesundheitszustand, Familiensituation und den konkreten Vertragsbedingungen ab. Der ermittelte Bedarf ist die Rentenhöhe, nicht der Beitrag: Was eine BU kostet, lässt sich erst nach einer individuellen Prüfung sagen.
Quellen & Stand: Deutsche Rentenversicherung (Erwerbsminderungsrente, Stundengrenzen und Rentenzugang 2024); Verbraucherzentrale und gängige Verbraucher-Ratgeber zur Höhe der BU-Rente. Faustregeln dienen der Orientierung; Werte gerundet. Stand: Juli 2026.
Dieser Rechner und der Text dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung. Die tatsächlich sinnvolle Absicherung hängt von deiner persönlichen Situation, deinem Beruf, deinem Gesundheitszustand und den konkreten Vertragsbedingungen ab.
Nächste Schritte
Du kennst jetzt deinen ungefähren Bedarf. Wenn du ihn auf deine persönliche Situation herunterbrechen und passende, faire Bedingungen finden möchtest, hilft ein Blick von außen. Vertiefe das Thema im Ratgeber Berufsunfähigkeitsversicherung: worauf es ankommt, sieh dir unseren Überblick zu Versicherung & Vorsorge an oder ordne die BU in deine gesamte Vorsorge und Rentenplanung ein. Bei Fragen rechnen wir deinen Bedarf gern gemeinsam mit dir durch – kostenlos und unverbindlich.
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