Forward-Darlehen: Zinssicherheit für Ihre Anschlussfinanzierung

Von Serkan Parlak · ·Finanzierung

Wenn Ihre Zinsbindung erst in einigen Jahren ausläuft, Sie aber schon heute an steigende Zinsen denken, kann ein Forward-Darlehen ein hilfreiches Instrument sein. Es erlaubt Ihnen, sich den aktuellen Zins für Ihre spätere Anschlussfinanzierung im Voraus zu sichern. Dieser Ratgeber erklärt allgemein und praxisnah, wie ein Forward-Darlehen funktioniert, wann es sinnvoll ist und worauf Sie achten sollten.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen ist eine im Voraus abgeschlossene Anschlussfinanzierung. Das englische Wort „forward“ bedeutet „vorausschauend“, und genau darum geht es: Sie vereinbaren heute die Konditionen für ein Darlehen, das erst in der Zukunft ausgezahlt wird, nämlich dann, wenn die Zinsbindung Ihrer bestehenden Baufinanzierung endet.

Der zentrale Vorteil ist die Zinssicherheit. Sie legen den Sollzins bereits heute fest, obwohl das neue Darlehen erst nach Ablauf der sogenannten Vorlaufzeit (Forward-Periode) beginnt. Diese Vorlaufzeit kann je nach Anbieter meist bis zu etwa fünf Jahre betragen. So schützen Sie sich vor der Unsicherheit künftiger Zinsentwicklungen.

Echtes und unechtes Forward-Darlehen

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Varianten. Beim echten Forward-Darlehen beginnt die Zinsberechnung erst mit der tatsächlichen Auszahlung, Sie zahlen also während der Vorlaufzeit keine Bereitstellungszinsen. Beim unechten Forward-Darlehen läuft die Zinsbindung bereits ab Vertragsabschluss. Welche Form für Sie infrage kommt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Wie funktioniert die Zinssicherung?

Für die Sicherheit, den heutigen Zins in die Zukunft zu „transportieren“, verlangen Banken in der Regel einen Zinsaufschlag (Forward-Aufschlag). Dieser fällt meist pro Monat der Vorlaufzeit an: Je länger der Zeitraum bis zur Auszahlung, desto höher ist tendenziell der Aufschlag. Der Aufschlag ist gewissermaßen der Preis für die Planungssicherheit.

Ob sich dieser Aufschlag lohnt, hängt maßgeblich von der Zinsentwicklung ab. Steigen die Marktzinsen bis zum Ende Ihrer Zinsbindung deutlich, können Sie mit dem früh gesicherten Zins profitieren. Bleiben die Zinsen gleich oder sinken sie, hätten Sie ohne Forward-Darlehen möglicherweise günstiger abgeschlossen. Ein Forward-Darlehen ist damit immer auch eine Entscheidung unter Unsicherheit, niemand kann die Zinsentwicklung sicher vorhersagen.

Zinsen, Tilgung und Eigenkapital

Beim Zins gilt allgemein: Der vereinbarte Sollzins setzt sich aus dem aktuellen Marktniveau und dem Forward-Aufschlag zusammen. Wie bei jeder Baufinanzierung beeinflussen zudem Faktoren wie die gewählte Zinsbindungsdauer, die Höhe der Tilgung und der Beleihungsauslauf (das Verhältnis von Darlehen zum Immobilienwert) die Konditionen.

Auch die Tilgung lässt sich beim Forward-Darlehen neu gestalten. Ein Anschluss bietet die Chance, die Tilgungshöhe an Ihre heutige Lebenssituation anzupassen, etwa eine höhere Tilgung zu wählen, um schneller schuldenfrei zu werden. Häufig lassen sich auch Sondertilgungsoptionen vereinbaren.

Beim Eigenkapital gilt: In der Regel verbleibt Ihre bestehende Restschuld, die abgelöst wird. Haben Sie in der Zwischenzeit angespart, können Sie Eigenmittel einbringen und so die neue Darlehenssumme reduzieren. Das senkt die Zinslast und kann die Konditionen verbessern.

Der Ablauf in fünf Schritten

  • Bestandsaufnahme: Prüfen Sie, wann Ihre aktuelle Zinsbindung ausläuft und wie hoch die voraussichtliche Restschuld sein wird.
  • Marktüberblick: Verschaffen Sie sich einen Eindruck vom aktuellen Zinsniveau und Ihren Erwartungen an die künftige Entwicklung.
  • Angebote vergleichen: Holen Sie mehrere Angebote ein und achten Sie neben dem Zins besonders auf den Forward-Aufschlag und die Bedingungen.
  • Konditionen festlegen: Vereinbaren Sie Zinsbindung, Tilgung und mögliche Sondertilgungen passend zu Ihrer Planung.
  • Vertragsabschluss: Sie unterschreiben heute; die Auszahlung und Ablösung erfolgt automatisch zum Ende Ihrer bisherigen Zinsbindung.

Häufige Stolpersteine

So attraktiv die Zinssicherheit ist, ein Forward-Darlehen bringt Verpflichtungen mit sich, die Sie kennen sollten:

  • Abnahmepflicht: Sie sind verpflichtet, das Darlehen wie vereinbart abzunehmen, auch dann, wenn die Zinsen bis zur Auszahlung gefallen sind. Ein Ausstieg kann eine Nichtabnahmeentschädigung nach sich ziehen.
  • Zinswette: Ein Forward-Darlehen ist keine Garantie für den günstigsten Zins, sondern eine Absicherung. Betrachten Sie es als Planungsinstrument, nicht als Spekulation.
  • Zu lange Vorlaufzeit: Je früher Sie abschließen, desto höher der Aufschlag. Ein sehr früher Abschluss kann die Zinssicherung spürbar verteuern.
  • Veränderte Lebensumstände: Planen Sie in absehbarer Zeit einen Verkauf der Immobilie oder größere Veränderungen, sollten Sie die Bindung sorgfältig abwägen.

Ist ein Forward-Darlehen das Richtige für Sie?

Ein Forward-Darlehen kann besonders dann interessant sein, wenn Sie Wert auf Planungssicherheit legen und mit steigenden Zinsen rechnen. Ob es sich in Ihrem konkreten Fall lohnt, hängt jedoch von vielen individuellen Faktoren ab: Restschuld, Restlaufzeit, Ihre finanzielle Situation und Ihre persönliche Einschätzung der Zinsentwicklung.

Weil diese Entscheidung weitreichend ist, lohnt sich eine fundierte, unabhängige Einschätzung. In einer kostenlosen Finanzierungsberatung von Kredus analysieren wir gemeinsam Ihre Ausgangslage, vergleichen passende Optionen und zeigen Ihnen transparent auf, welche Wege für Ihre Anschlussfinanzierung sinnvoll sind, ohne Verpflichtung. Vereinbaren Sie jetzt Ihr unverbindliches Beratungsgespräch.

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