Bausparvertrag: So funktioniert er – Ratgeber für Bauherren
Was ist ein Bausparvertrag?
Ein Bausparvertrag ist ein Sparvertrag mit Anspruch auf ein späteres Darlehen. Sie legen zunächst über mehrere Jahre Geld an und erwerben damit das Recht, nach Zuteilung ein zinsgünstiges Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Die Bausparsumme setzt sich aus dem angesparten Guthaben und dem Bauspardarlehen zusammen. Bausparen ist damit vor allem ein Instrument, um planbar Eigenkapital aufzubauen und sich schon heute die Konditionen für ein Darlehen von morgen zu sichern.
Das Grundprinzip ist ein kollektives: Alle Bausparer zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, aus dem die Darlehen der zuteilungsreifen Verträge finanziert werden. Deshalb sind Bausparverträge stark reguliert und an feste Spielregeln gebunden. Wer die Mechanik versteht, kann Bausparen sinnvoll in eine Gesamtfinanzierung einbauen – oder erkennen, dass es im eigenen Fall nicht passt.
Wie funktioniert ein Bausparvertrag im Ablauf?
1. Sparphase
In der Sparphase zahlen Sie regelmäßig ein, bis Sie ein vertraglich festgelegtes Mindestguthaben erreicht haben – häufig ein bestimmter Anteil der Bausparsumme. Das Guthaben wird verzinst; die genaue Höhe hängt vom gewählten Tarif ab und ist bei Abschluss festgelegt. Wichtig: Die Höhe der vereinbarten Bausparsumme bestimmt maßgeblich, wie lange Sie sparen und wie hoch Ihre Raten sind.
2. Zuteilung
Zuteilungsreif wird ein Vertrag erst, wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: das Mindestsparguthaben ist erreicht, eine Mindestvertragsdauer ist abgelaufen und eine tarifabhängige Bewertungszahl ist erreicht. Diese Bewertungszahl bündelt, wie viel und wie lange Sie gespart haben. Der Zuteilungszeitpunkt lässt sich deshalb nicht taggenau garantieren – ein Punkt, den viele bei der Planung unterschätzen.
3. Darlehensphase
Mit der Zuteilung können Sie sich das Guthaben auszahlen lassen und das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Das Darlehen ist zweckgebunden für wohnwirtschaftliche Maßnahmen wie Kauf, Bau, Umbau oder Sanierung. Der Sollzins des Darlehens steht bereits bei Vertragsabschluss fest. Die Tilgung erfolgt in der Regel über feste Monatsraten, die Zins und Tilgung zusammenfassen; die Laufzeit ist typischerweise überschaubar. Ob der einmal fixierte Zins am Ende günstig ist, zeigt sich erst im Vergleich zum Marktniveau bei Zuteilung.
Zinsen und Tilgung: das Prinzip verstehen
Der Charme des Bausparens liegt in der Zinssicherheit: Guthaben- und Darlehenszins werden bei Abschluss vereinbart und bleiben unverändert. In Phasen steigender Zinsen kann ein früh abgeschlossener, niedriger Darlehenszins ein Vorteil sein. In Phasen niedriger oder fallender Zinsen kann derselbe fixierte Zins hingegen weniger attraktiv wirken als ein aktuelles Bankdarlehen.
Bei der Tilgung gilt: Bauspardarlehen werden oft mit vergleichsweise hohen monatlichen Raten und kürzerer Laufzeit zurückgeführt, was die Gesamtkosten senken, aber die monatliche Belastung erhöhen kann. Sondertilgungen sind bei Bauspardarlehen häufig ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich – ein Vorteil gegenüber vielen klassischen Annuitätendarlehen. Konkrete Zinssätze, Gebühren und Raten unterscheiden sich je nach Anbieter und Tarif; ein pauschaler Vergleich ist nicht seriös möglich.
Bausparen und Eigenkapital
In einer Immobilienfinanzierung zählt das angesparte Bausparguthaben als Eigenkapital. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto geringer fällt in der Regel der Fremdkapitalbedarf aus – und desto besser sind oft die Konditionen der übrigen Finanzierungsbausteine. Bausparen kann daher zwei Rollen spielen: als reiner Sparbaustein zum Eigenkapitalaufbau oder als kombinierter Baustein aus Guthaben und späterem Darlehen. Häufig wird ein Bausparvertrag mit anderen Darlehensarten kombiniert, etwa um einen Teil der Finanzierung mit festem Zins abzusichern.
Häufige Stolpersteine
- Abschluss- und Kontogebühren: Bei Vertragsabschluss fällt oft eine Abschlussgebühr an, die auf die Bausparsumme berechnet wird und die Rendite in der Sparphase mindert.
- Unklarer Zuteilungszeitpunkt: Wer den Zuteilungstermin fest einplant, kann in Schwierigkeiten geraten, wenn Sparleistung oder Bewertungszahl nicht ausreichen.
- Zu hohe oder zu niedrige Bausparsumme: Eine falsch gewählte Bausparsumme führt zu unpassenden Raten oder einem Darlehen, das den Finanzierungsbedarf nicht deckt.
- Zweckbindung: Das Darlehen ist an wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden und lässt sich nicht frei verwenden.
- Marktzins bei Zuteilung: Ein bei Abschluss attraktiver Zins kann bei Zuteilung durch günstigere Marktkonditionen überholt sein.
Diese Punkte sind keine Ausschlusskriterien, sondern Gründe, den Vertrag vor Abschluss genau zu prüfen und ihn in die gesamte Finanzierungsstrategie einzuordnen.
Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?
Ob Bausparen für Sie passt, hängt von Ihrem Zeithorizont, Ihrem Sparverhalten und Ihren Zinserwartungen ab. Sinnvoll kann es sein, wenn ein Kauf oder Bau erst in einigen Jahren geplant ist, wenn Sie diszipliniert Eigenkapital aufbauen möchten oder wenn Sie sich gegen steigende Zinsen absichern wollen. Weniger geeignet ist Bausparen, wenn Sie kurzfristig eine hohe Summe benötigen oder maximale Flexibilität bei der Mittelverwendung brauchen.
Kostenlose Finanzierungsberatung mit Kredus
Ein Bausparvertrag ist selten die ganze Finanzierung – meist ist er ein Baustein unter mehreren. Ob er in Ihrem Fall sinnvoll ist und wie er sich mit anderen Darlehensformen kombinieren lässt, klärt sich am besten in einer individuellen Betrachtung. Die Finanzierungsberatung von Kredus ist für Sie kostenlos und unverbindlich: Gemeinsam ordnen wir Bausparen, Eigenkapital und weitere Bausteine so, dass die Lösung zu Ihrem Vorhaben passt. Nehmen Sie Kontakt auf und lassen Sie Ihre Möglichkeiten in Ruhe durchrechnen.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.
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