Photovoltaikanlage: Lohnt sich Solarstrom wirklich? Der Ratgeber

Von Serkan Parlak · ·Energie

Steigende Strompreise machen die eigene Stromerzeugung für viele Haushalte attraktiv. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach kann die Abhängigkeit vom Netzbezug spürbar senken, aber sie ist eine Investition, die zum Haus, zum Verbrauch und zum Budget passen muss. Dieser Ratgeber erklärt sachlich, wie Photovoltaik funktioniert, welches Sparpotenzial realistisch ist, worauf Sie achten sollten und wo die Grenzen liegen.

Was ist eine Photovoltaikanlage und wie funktioniert sie?

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Die Solarmodule auf dem Dach erzeugen Gleichstrom, den ein Wechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt. Dieser Strom fließt zunächst zu Ihren Verbrauchern im Haus. Was Sie nicht selbst nutzen, wird ins öffentliche Netz eingespeist, oder, wenn vorhanden, in einem Batteriespeicher zwischengespeichert.

Wichtig zu verstehen: Eine PV-Anlage produziert dann Strom, wenn die Sonne scheint, also tagsüber und im Sommer deutlich mehr als im Winter oder nachts. Der erzeugte Strom passt daher selten exakt zu Ihrem Verbrauch.

Lohnt sich Photovoltaik? Das realistische Sparpotenzial

Der finanzielle Vorteil einer Anlage entsteht vor allem durch den Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, müssen Sie nicht teuer aus dem Netz kaufen. Genau hier liegt der größte Hebel: Je mehr Ihres Solarstroms Sie selbst verbrauchen, desto schneller rechnet sich die Anlage.

Eigenverbrauch ist entscheidend

Wer tagsüber zu Hause ist, Wärmepumpe, E-Auto oder Haushaltsgeräte gezielt bei Sonnenschein laufen lässt, erhöht seinen Eigenverbrauch. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil im typischen Haushalt oft im niedrigeren Bereich, weil viel Strom mittags anfällt, wenn kaum jemand da ist.

Einspeisevergütung

Für den Strom, den Sie ins Netz einspeisen, erhalten Sie nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine gesetzlich festgelegte Vergütung. Diese ist für neue Anlagen deutlich niedriger als die Kosten, die Sie für zugekauften Netzstrom zahlen, deshalb ist Einspeisen weniger lukrativ als Selbstverbrauchen. Die genauen Sätze ändern sich regelmäßig; verlassen Sie sich hier auf tagesaktuelle Angaben Ihres Fachbetriebs oder Netzbetreibers.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Dach und Standort

Ausrichtung und Neigung des Dachs bestimmen den Ertrag. Südausrichtung liefert die höchsten Spitzen, eine Ost-West-Belegung verteilt den Ertrag gleichmäßiger über den Tag. Prüfen lassen sollten Sie außerdem Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude, den Zustand der Dacheindeckung und die Statik, ein sanierungsbedürftiges Dach sollte vor der Montage erneuert werden.

Dimensionierung und Komponenten

Eine Anlage sollte nach Ihrem Stromverbrauch geplant werden, nicht allein nach der verfügbaren Dachfläche. Achten Sie auf die Qualität von Modulen und Wechselrichter sowie auf die Hersteller- und Leistungsgarantien. Ein seriöser Fachbetrieb dokumentiert die zu erwartende Jahresproduktion nachvollziehbar.

Batteriespeicher, ja oder nein?

Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, weil Sie Sonnenstrom auch abends nutzen können. Er ist aber teuer und verlängert die Amortisationszeit. Ob sich ein Speicher rechnet, hängt stark von Ihrem Verbrauchsprofil ab, etwa wenn Wärmepumpe oder E-Auto vorhanden sind. Lassen Sie die Wirtschaftlichkeit im Einzelfall prüfen, statt sie pauschal anzunehmen.

Der Ablauf in fünf Schritten

  • 1. Bedarf klären und beraten lassen: Stromverbrauch, Dach und Ziele analysieren.
  • 2. Angebote einholen und vergleichen: Mehrere Angebote seriöser Fachbetriebe gegenüberstellen, Leistung, Komponenten, Garantien und Preis.
  • 3. Anmeldung vorbereiten: Die Anlage muss beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister registriert werden. Der Fachbetrieb unterstützt in der Regel dabei.
  • 4. Installation: Montage und elektrischer Anschluss erfolgen ausschließlich durch qualifizierte Fachkräfte.
  • 5. Inbetriebnahme: Der Netzbetreiber tauscht bei Bedarf den Zähler, danach läuft Ihre Stromproduktion.

Ehrlich betrachtet: die Grenzen von Photovoltaik

Photovoltaik ist kein Selbstläufer. Die Anfangsinvestition ist hoch, und die Anlage amortisiert sich erst über viele Jahre. Der Ertrag schwankt mit Wetter und Jahreszeit, im Winter und nachts liefert die Anlage wenig bis keinen Strom, sodass Sie weiterhin Netzstrom benötigen. Eine vollständige Unabhängigkeit vom Netz ist mit einer üblichen Hausanlage praktisch nicht erreichbar.

Für Mieterinnen und Mieter ist eine feste Dachanlage meist keine Option; hier kann ein steckerfertiges Balkonkraftwerk eine kleinere Alternative sein. Steuerliche und rechtliche Fragen, etwa zur Anmeldung oder Umsatzsteuer, klären Sie am besten mit Ihrem Fachbetrieb oder Steuerberater.

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Ob sich Photovoltaik für Ihr Zuhause lohnt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. In einer kostenlosen Kredus-Energieberatung schauen wir gemeinsam auf Ihren Stromverbrauch, prüfen Ihr Einsparpotenzial und unterstützen Sie zusätzlich bei der Optimierung Ihres Stromtarifs. So treffen Sie eine Entscheidung auf Basis realistischer Zahlen, ohne Verkaufsdruck. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf und lassen Sie sich Ihre Möglichkeiten in Ruhe erklären.

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Weiterführend: Nachlass richtig regeln: Ratgeber zur klaren Vorsorge

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